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Historische Postkarte von Emskirchen               Schützenscheibe von 1951
 
 
 
Geschichte
 

Ganz im Osten des Landkreises Neustadt a.d. Aisch - Bad Windsheim, am Rande des Ballungsraumes Nürnberg - Fürth - Erlangen und inmitten der Metropolregion Nürnberg befindet sich der Markt Emskirchen. Dieses Kleinzentrum hat seine Bedeutung und Wirtschaftskraft stets aus der guten Verkehrsanbindung geschöpft, liegt es doch an dem bereits im Mittelalter bedeutsamen Handelsweg von Nürnberg nach Frankfurt (der heutigen B8). Zahlreiche stattliche Bürgerhäuser sind steinerne Zeugen dieser früh einsetzenden Entwicklung. Doch betrachten wir die Entwicklung zunächst chronologisch:

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1129. Damals schenkte ein gewisser "Pilunc de Empichiskirchen" neun Mansen bei Ostheim in Gegenwart des Bischorfs Otto an das Kloster Michelsberg. Derselbe Pilunc wird zusammen mit seinem Sohn Gotefried auch in einem Dokument aus dem Jahr 1136 genannt. Damals stand in Emskirchen eine Burg (castrum). Im Jahre 1156 übereignete Bischof Gebhardt von Würzburg die Güter der Pfarrei Emskirchen auf dem Tauschweg dem Abt und Konvent des Klosters Münchaurach . Damals hieß der Ort noch immer "Empichiskirchen" und war schon eine bedeutende Mutterkirche, zu der ein ausgedehnter Filialbezirk gehörte. Zwei Jahre später, am 28. Januar 1158, übernahm Kaiser Friedrich Barbarossa persönlich den weltlichen Schutz über das Kloster Münchaurach. Mit der Durchführung des Schutzes wurde der Nürnberger Burggraf beauftragt.

Schon frühzeitig setzte sich in Emskirchen das Handwerk fest und machte es gegenüber seinem Umland zu einem Ort mit zentralen Aufgaben. Die Postkutschen-Verbindung Nürnberg - Frankfurt führte über Emskirchen, das 1623 Poststation wurde. Zunächst nur Pferdewechselstation, entwickelte sich der spätere Postgasthof "Goldener Hirsch" schnell zu einer Posthalterei.

Nach dem 30-jährigen Krieg wurde die Gegend, vor allem das Albachtal, Flugshof und Altschauerberg, durch Hugenotten besiedelt. Auf diese Besiedlung ist der Bau der - heutigen - Friedhofskirche zurückzuführen, die inzwischen den Namen Auferstehuhngskirche trägt. Der Aufbau nach dem Krieg gelang rasch, und es siedelten sich erneut Handwerksbetriebe in Emskirchen an. Auch zahlreiche Brauereien wurden hier betrieben, die wiederum für die Landwirtschaft wichtig waren, da in dieser Zeit der Hopfenanbau in Emskirchen nachzuweisen ist.

Wie gut es den Emskirchenern ging, zeigt die Geschichte des Herkulesbrunnens, der mitten im Ort steht: Nachdem der hölzerne Gemeindebrunnentrog auf dem Marktplatz zusammengebrochen war, beschloß man, ihn durch einen steinernen Trog zu ersetzen. Als bekannt wurde, daß ein solcher Brunnen mit einer "antiken" Statue in Baiersdorf bei Erlangen veräußert werden sollte, holte man Erkundigungen ein und letztlich kaufte man den Brunnen für ca. 50 Gulden. Am Kirchweihsonntag des Jahres 1801 wurde er eingeweiht. Dieser Brunnen stand bis in die 50er Jahre auf dem Marktplatz und wurde dann wegen des zunehmenden Verkehrs an seinen jetzigen Standort neben dem alten Rathaus versetzt.

Von der aufkommenden Moderne des 19. Jahrhunderts konnte Emskirchen  ebenfalls profitieren, denn  1865 wurde es Bahnstation an der Hauptverkehrslinie Nürnberg - Frankfurt. Seit dieser Zeit hat der Postkutschenverkehr schnell an Bedeutung verloren. Dafür wurde die Bahnanbindung Kristalisationspunkt für weitere gewerbliche Entwicklungen.

Nach dem 2. Weltkrieg hat der Markt Emskirchen eine explosionsartige Entwicklung hinter sich gebracht. Diese Entwicklung wurde eingeleitet durch die Ansiedlung zahlreicher Flüchtlinge und Vertriebene. Diese brachten die Feinmechanik und das Musikinstrumentengewerbe mit. Außerdem wurde durch die Ansiedlung ein umfangreicher Wohnungsneubau ausgelöst. Nachdem diese Flüchtlinge überwiegend katholisch waren, gründete sich eine katholische Filialkirche der Pfarrei Neustadt a.d. Aisch. Das neue Gotteshaus ist Maria Königin geweiht und wurde am 8. Juni 1958 eingeweiht.

Im Rahmen der Gebietsreform 1972 erlebte Emskirchen noch einmal eine sprunghafte Entwicklung durch den Zusammenschluß mit Nachbargemeinden. Insgesamt 29 Ortsteile und Weiler bilden seitdem zusammen mit dem Hauptort die Gemeinde Markt Emskirchen: Borbath, Bottenbach, Brunn, Buchklingen, Dürrnbuch, Eckenberg, Elgersdorf, Fallmeisterei, Finkenmühle, Flugshof, Grieshof, Gunzendorf, Hohholz, Leitsmühle, Kaltenneuses, Mausdorf, Neidhardswinden, Neu- und Altschauerberg, Oberniederndorf, Pirkach, Plankstatt, Prackenhof, Rennhofen,
Riedelhof, Schneemühle, Sixtmühle, Tanzenhaid, Weihermühle sowie Wulkersdorf. In diese Zeit fällt auch die Gründung der Verwaltungsgemeinschaft und des Schulverbandes mit den Mitgliedsgemeinden Emskirchen, Hagenbüchach und Wilhelmsdorf, die 2006 wieder aufgelöst wurde. Heute ist der Markt Emskirchen mit über 6000 Einwohnern eine Einheitsgemeinde und moderne Wachstumsgemeinde.

In kultureller Hinsicht erlebte der Ort 1990 einen Aufschwung. Damals ging man eine Städtepartnerschaft mit dem südfranzösischen Ort Roquebillière ein. Seitdem finden regelmäßig gegenseitige Besuche statt, so daß herzliche Freundschaften entstanden sind zwischen deutschen und französischen Familien

Im Oktober 1989 konnte der Rathausneubau eingeweiht werden. Durch die gelungene Restaurierung des ehemaligen Pfarrhauses und einem angegliederten, architektonisch reizvollen Neubau wurden sowohl zweckmäßige Verwaltungsräume als auch ein repräsentativer Sitzungstrakt geschaffen. Durch den 1992 entstandenen Neubau der Mittelschule im Gewerbegebiet Nord konnte das Raumproblem der Schule gelöst werden. Zu ihr gehört ein großes Sportgelände mit 400 m-Bahnen und - seit 2002 - eine große Dreifach-Turnhalle. Einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Wasserqualität der Aurach leistete die Gemeinde durch den Bau einer neuen Kläranlage 1995.

Gleich zweimal nahm der Markt Emskirchen im Jahre 1996 eine Vorreiterrolle im Freistaat ein: Im Januar gründete die Gemeinde das erste Kommunalunternehmen in Bayern, die "Gemeindewerke Emskirchen" und im Mai wurde das letzte Teilstück der neuen Umgehungsstraße B8 mit der Bahnuntertunnelung eröffnet, die erstmals nach einem ganz speziellen Verfahren durchgebrochen worden war, bei der die häufig befahrene Bahnstrecke zu keinem Zeitpunkt gesperrt werden mußte.  Im Jahre 1998 konnte das neue Feuerwehrhaus und nach fast fünfjährigen Um- und Neubau 2006 die Grundschule eingeweiht werden. Die Erneuerung der dazuhörigen Turnhalle ist eines der nächsten Bauprojekte. Mehrere Baugebiete in Emskirchen und im Ortsteil Brunn bieten die Möglichkeit sich in Emskirchen niederzulassen.

Doch nicht nur in der Hauptgemeinde wurde fleißig gebaut. in mehreren Ortsteilen entstanden Gemeinschaftshäuser (Brunn, Dürrnbuch, Eckenberg, Neidhardswinden, Mausdorf, Buchklingen) und wurden die Feuerwehren ausgebaut.

Im Herbst 2008 wurde neben der Dreifachhalle am Waldstadion ein Minispielfeld eingeweiht, dass noch im Sommer 2009 um eine Skateranlage erweitert wurde. Die Anlagen befinden sich direkt neben der Schule (seit Herbst 2010 eine Mittelschule im Schulverbund mit Wilhermsdorf, Markt Erlbach und Neuhof/Zenn) und kann von den Schülern ihrer Freizeit genutzt werden.

2010 wurden die Dorfstraße Ost in Mausdorf gebaut sowie ein Radweg nach Pirkach angelegt. Ein zweiter Radweg entstand zwischen Emskirchen und dem Ortsteil Neuschauerberg. Im Hauptort wurde die Waldstraße ausgebaut. Außerdem wurden Rennhofen, Bottenbach und Flugshof an die Kanalisation Emskirchen angeschlossen. 

Das Wappen von Emskirchen

Schwarz und Silber sind die Grundfarben des gespaltenen Wappens. Auf grüner Basis steht die silberne Kirche mit dreigeschossigem, romanischem Turm und rotem Dach. In der anderen Wappenhälfte ist ein silbern und schwarz gevierter Brackenkopf (Hundekopf) mit roter Zunge dargestellt. Das heutige Wappen ist schwarzweiß.
Der Überlieferung nach soll das Siegel 1552 im Markgrafenkrieg verliehen worden sein. Genaueres darüber liegt aber nicht vor. Die Kirche hat natürlich Bezug auf den Ortsnamen, der Brackenkopf war die Helmzier der zollerschen Burggrafen von Nürnberg, denen der Marktflecken seit 1361 gehörte.