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Emskirchen - Freizeit und Tourismus
 
 
 
PARTNERSTADT ROQUEBILLIÈRE
 
   

 Roquebillière liegt etwa 55 km landeinwärts von Nizza entfernt, im Tal des Flusses Vesubie in den französischen Seealpen. In den Seealpen haben hochgelegene Siedlungen eine lange Tradition, die isolierten Dörfer und kleinen Städte liegen oft auf Gipfeln und felsigen Spornen. Auf einen solchen Felssporn der „Caire du Miel" (Honigfelsen) wurde auch bereits in römischer Zeit eine erste Ansiedlung gegründet. Der heutige Ort liegt etwas davon entfernt auf der „Rocca Abigliera", dem Bienenfelsen, in etwa 610 Metern Höhe über dem Meer.

Wer Ruhe und Entspannung sucht und die Schönheiten einer rauen Natur kennen lernen will ist in Roquebillière gut aufgehoben. Als einziges Thermalbad der Côte d’Azur hat Roquebillière doch einige Bedeutung für das Tal. Die Kuranlagen befinden sich in der zum Hauptort gehörenden Ortschaft Berthemont les Bains. Bereits im Jahre 261 nach Christus nutzte die Kaiserin Cornelia Salonine, Ehefrau des römischen Kaisers Gallien, diese sulfathaltigen Quellen.

Aufgrund seiner Lage kommt das Städtchen gleichzeitig in den Genuss des mediterranen Klimas und der Frische der Berge, die es umgeben. Diese geographische Lage mit ihrem gemäßigten Klima machen Roquebillière zu einen idealen Ort für Erholungssuchende.

Durch die kurze Entfernung nach Nizza kann man aber auch die Vorzüge und Reize der Côte d’Azur mit ihren Stränden, Cafés, hervorragenden Restaurants und prächtigen Gärten mit tropischen Bäumen und Pflanzen genießen. Tagesausflüge nach Eze, Grasse, Antibes, Monaco oder die Töpferstadt Valauris sind kein Problem.


 Wer lieber wandert und sich in der freien Natur aufhält erreicht aber genauso schnell das Tal der Gordolasque, den Parc National du Mercantour und hochgelegene Bergseen. Die Möglichkeit zu wandern reiten, fischen, zum Canyoning und viele andere sportliche Aktivitäten lassen es in Roquebilliere nie langweilig werden. Im Winter kann es sogar als Ausgangsbasis für das nur 20 km entfernte Skigebiet von Colmiane genutzt werden.

Auch Roquebillière selbst hat einiges zu bieten. Der neue Ort ist relativ jung, da Alt-Roquebillière 1926 bei einem Erdbeben zerstört wurde.
   

 Obwohl der Ort viel älter ist, wird er erstmals 1149 erwähnt (die erste urkundliche Erwähnung Emskirchens stammt aus dem Jahre 1156). Ein Kleinod ganz besonderer Art ist die Kirche St. Michel du Gast mit ihren enormen Schätzen. Heute hat die Ansiedlung etwas mehr als 1500 Einwohner ist als wesentlich kleiner als Emskirchen. Gefeiert wird dort genauso wie hier. Eines der wichtigsten Feste, le festin des Traditions, das in einem großen gemeinschaftlichen Polenta-Essen gipfelt, findet alljährlich parallel zu unserer Kirchweih statt.


Fahrt zum 15-jährigen Bestehen der Partnerschaft Emskirchen-Roquebillière - ein Besuch mit Überraschungen

Mit Bus, einem Kleinbus und dem Flugzug sind die Teilnehmer am 15-jährigen Partnerschaftstreffen am 1. Oktober in Roquebillière eingetroffen. Im Gepäck Bier, Bratwürste und Sauerkraut für ein bayerisches Bierfest in Frankreich.
Nach dem Empfang im Rathaus mit einem Frühstück für alle zog man durch den Ort, der in den französischen Seealpen in der Nähe von Nizza gelegen ist. In 23 Geschäften waren die Schaufenster mit Produkten und Bildern aus beiden Gemeinden geschmückt, eingebettet jeweils in den Farben Frankens (rot-weiß) und Roquebillières (blau-gelb). Am Nachmittag, nach der Verteilung der Zimmer, gab es eine große Überraschung. Der neu gestaltete Platz am Ortseingang wurde im Beisein des zuständigen Conseiller Général (vergleichbar einem Bezirksrat) Gèrard Manfredi feierlich der Öffentlichkeit als "Square d´Emskirchen" übergeben.Somit sind in beiden Gemeinden die Namen der jeweiligen Partnergemeinde auf öffentlichen Plätzen der Nachwelt überliefert.


 Die offizielle Würdigung der Partnerschaft durch die beiden Bürgermeister Gérard Camous und Dieter Schmidt erfolgte um 18 Uhr im Rathaussaal im Rahmen eines Empfanges, bei dem auf beiden Seiten die stellvertretenden Bürgermeister und Vertreter des Gemeinderates anwesend waren. Beide Seiten sehen sich als einen Baustein eines Europas, das unter Wahrung der kulturellen Eigenheiten der Nationen seine Interessen gemeinsam vertritt und somit in unserer globalisierten Welt besser bestehen kann. Aufgabe der Partnerschaft sei es deshalb, diese kulturellen Unterschiede den Menschen in den beiden Gemeinden näher zu bringen und damit zu einem besseren gegenseitigen Verständnis beizutragen. Dies wurde mit den Unterschriften unter ein Dokument besiegelt, das den Willen zur Vertiefung der Partnerschaft bekundet. Beim Austausch der Gastgeschenke gab es eine weitere Überraschung. Ein örtlicher Konditor hat die Kirche von Emskirchen in Zuckerguss modelliert und der Gemeinde Emskirchen geschenkt.
   
 Der Abend wurde von den beiden Partnerschaftsvereinen unter dem jeweiligen Vorsitz von Jean-Michel Brulat und Marion Bauer gestaltet. Für den richtigen musikalischen Rahmen und gute Stimmung - nicht nur am "Bayerischen Bierabend" - sorgte der Musikzug des Heimatvereins, der mit einer spielfähigen Abordnung angereist war.

Viele, zum Teil auch nicht vorgesehene Helfer waren erforderlich, um die ca. 450 Gäste zu bewirten. Gegen 2 Uhr Nachts konnten alle müde aber zufrieden in ihre Betten steigen.
   
 Das Programm der nächsten 3 Tage war abgestellt auf die Besonderheiten der alpinen Bergwelt. Das Tal der Vésubie ist Teil eines Gebietes, das von der Europäischen Union als "Natura 2000"-Gebiet anerkannt ist. Ein Besuch in dem zum Naturschutzgebiet "Parc du Mercantour" gehörenden neuen Wolfspark hat die Anstrengungen zur Wiederansiedlung des Wolfes in den Alpen anschaulich vor Augen geführt. Eine weitere, kulturelle Besonderheit konnte in dem in einem Hochtal gelegenen Bergdorf Lyceram erfahren werden. Über 400 Krippen können dort in der Weihnachtszeit besichtigt werden. Ein Teil davon ist in einem Museum zu betrachten. In der Weihnachtszeit wird in jedem Haus mindestens eine Krippe aufgestellt. Sie sind im Keller, im Wohnzimmer oder in einem Fenster zu sehen und haben im vergangenen Jahr ca. 47.000 Besucher angezogen.

Am Dienstag Abend hieß es Abschied zu nehmen von den Freunden in Roquebillière. Alte Bekanntschaften wurden aufgefrischt, neue geknüpft. Erfreulich ist, dass sich die Schulen erneut stärker engagieren wollen. Die Konrektorin der Hauptschule, Frau Düll, hat bei diesem Besuch Kontakte zur dortigen Schule geknüpft und versprochen, diese auszubauen.

Etwas müde, aber zufrieden sind am Mittwoch gegen 11 Uhr alle Teilnehmer wieder in Emskirchen angekommen. Damit diese Begegnung ihre Fortsetzung findet, wird am 1. Advent im Rahmen eines Arbeitstreffens das Programm des nächsten Jahres besprochen und festgelegt. Ein jährliches Arbeitstreffen ist nunmehr fester Bestandteil der Zusammenarbeit.


Geschichte(n) einer Partnerschaft

Vor allem seine Lage und der Reiz der Landschaft bewog wohl auch die Familie von Frau Elke Gastauer-Götz sich in „Roquebi", wie es hier liebevoll genannt wird, ein Haus zu kaufen und dort die Ferien zu verbringen. Diese privaten Verbindung zu dem südfranzösischen Ort veranlassten schließlich Elke Gastauer-Götz 1989 eine Partnerschaft mit dem Ort anzuregen.


 Teilnehmer eines Französischkurses nahmen die eintausend Kilometer weite Reise auf sich und schnell waren die ersten Kontakte geknüpft. Es folgten eine Fotoausstellung, ein Diavortrag, schließlich der Gegenbesuch einer französischen Delegation anlässlich der Emskirchener Kirchweih im Jahre 1989. Eine weitere Gruppe kam zur Einweihung des neuen Rathauses im selben Jahr und im November wird der Verein „Freunde von Roquebillière" gegründet. In seiner letzten Sitzung 1989 stimmt der Marktgemeinderat einstimmig einer Partnerschaft mit Roquebillère zu.
   
 Im Frühjahr 1990 reist eine Gruppe aus Emskirchen nach Südfrankreich, um an der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde teilzunehmen, im Herbst kommt eine Gruppe Franzosen nach Franken, um an den hiesigen Partnerschaftsfeierlichkeiten teilzunehmen. Zufällig ist es die 500 internationale Partnerschaft in Bayern. Seitdem hat es viele Kontakte gegeben, sowohl von Einzelreisenden wie auch Gruppen. So gab es Treffen von Schülern, Fußballern, Feuerwehren und anderen Vereinen, von den Marktgemeinderäten und gemischten Gruppen. Ein Höhepunkt war sicher das Fränkische Bierfest in Roquebillière, zu dem die Emskirchener alles Nötige (Bier, Wein, Würste, Brot) nach Frankreich mitgenommen haben, ein anderer als Franzosen und Deutsche 1996 tanzend durch die Straßen von Emskirchen zogen.
   
 Überhaupt war und ist es immer wieder das gesellige Beieinandersein, das die Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden kennzeichnet.

Auch das Wochenende im September war von Feiern und Geselligkeit geprägt. Sprachbarrieren spielten plötzlich keine Rolle mehr. Bereits am ersten Abend tanzten und sangen Gäste und Gastfamilien im Sitzungssaal des Rathauses als einige mitgereiste Musiker spontan ihre Musikinstrumente hervorholten und das Spielen anfingen.
   
 Nach der feierlichen Einweihung des Platzes am Samstag Nachmittag und einer Fahrt durch das Gemeindegebiet und verschiedene Ortsteile, ging es am Abend bei der nachgeholten 10-Jahres-Feier der Freunde von Roquebillière genauso fröhlich weiter. Schließlich nahmen die Gäste am Sonntag noch bleibende Eindrücke vom Heimatfest in Neustadt an der Aisch und dem dort gesehenen Umzug mit.
   



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