Markt Emskirchen

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Nachlese Sommerkonzert

 

Lust auf mehr
Sommerkonzert mit KlangLust!
 
Emskirchen – Zwei Jahre in Folge mussten Musikliebhaber auf das traditionelle Neujahrskonzert in Emskirchen wegen Corona verzichten. Am vergangenen Sonntag wurde dies nun als Sommerkonzert nachgeholt.

Die Besucherzahl machte deutlich, dass das Emskirchener Konzert in Konkurrenz zu vielen anderen Veranstaltungen und dem warmen Sommerwetter stand. Der Spielfreude des Ensembles und der Begeisterung des Publikums tat dies jedoch keinen Abbruch.

Das Kammerorchester KlangLust!, bestehend aus aktiven und ehemaligen Mitgliedern der Jungen Fürther Streichhölzer, sowie in den Führungspositionen aus Musikstudenten und Profimusikern, spannte unter der Leitung von Bernd Müller einen weiten musikalischen Bogen von der Barockzeit bis hin zu zeitgenössischen Komponisten.

Barocke Virtuosität zeigt KlangLust! gleich zu Beginn des Konzertes mit der Orchestersuite Nr. 2 von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750). Dieser hat hier als konzertierendes Instrument die Querflöte (Traversflöte) eingesetzt und zugleich damit sein einziges Werk für Flöte und Streicherensemble geschaffen. Die Suite beginnt „à la française“ mit der üblichen französischen Ouvertüre und einer Fülle von typisch französischen Verzierungen, vom Solisten Manuel Ebert auf der Querflöte exzellent dargeboten. Dem komplexen und pathetischen Eingangssatz folgen 6 Tänze, wobei Bourrée und Polonaise die zentralen Sätze sind, die der Flöte Raum für virtuose Soli geben. Die Suite schließt mit ihrem bekanntesten Satz, der „Badinerie“ – übersetzt etwa „Spaß“ oder „Tändelei“. Getrieben vom Continuo und den Akkordschlägen der Streicher beweist Solist Manuel Ebert mit wirbelnden Flötentönen noch einmal Meisterschaft und Können. 

Uwe Strübing (*1956), der Komponist des folgenden Werkes war im Konzert als Zuhörer anwesend. Er selbst rechnet sich augenzwinkernd der „Ganz Spätromantik“ zu. Sein Werk Pensado (esperanto für „Gedanke“) ist in Erinnerung an einen verstorbenen, ihm nahestehenden Menschen komponiert. Einfühlsam machte KlangLust! hier Wehmut, Zärtlichkeit und zum Ende hin Entrückung hörbar.

Lange bevor Edward Elgar (1857 – 1934) mit seinen bekannten Orchesterwerken wie "Enigma-Variationen" oder „Pomp and Circumstance“ internationalen Ruhm erlangte, komponierte er die nun folgende Serenade für Streichorchester in e-moll. Im eigentlichen Sinn bedeutet Serenade "abendliches Ständchen", also ein Ständchen, gesungen oder gespielt unter dem Fenster der Geliebten. Vielleicht hatte Edward Elgar diese eigentliche Bedeutung im Sinn, als er 1892 seiner Frau Alice zum dritten Hochzeitstag diese Serenade schenkte, die heute zu den meistaufgeführten Werken Elgars zählt. Auch hier überzeugte KlangLust! mit stimmiger Interpretation der Serenade.  Beschwingt, heiter und schwärmerisch der erste Satz Allegro piacevole, verträumt und versonnen das Larghetto gefolgt vom Allegretto als heiterer Ausklang.

Den Abschluss bildete Palladio, ein dreisätziges Concerto grosso des walisischen Komponisten Karl Jenkins (*1944). Der erste Satz Allegretto, von KlangLust! dynamisch und mit Verve gespielt, mutet stellenweise fast wie ein verschollener Vivaldi an. Im Kontrast dazu klingt das Largo elegisch, fast schwermütig und gibt dem musikalischen Leiter Bernd Müller Raum, als Solist mit sehnsuchtsvollen Klängen zu überzeugen. Im letzten Satz steigert sich KlangLust! nach solistischem, rhythmisch wie intonatorisch anspruchsvollem Beginn zu einem rasanten Vivace und bildet so den furiosen Schlusspunkt des Stückes und des gesamten Konzertes.

Lange, kraftvoll und größtenteils stehend zollte das Publikum den Künstlern des Abends dankbar Applaus. KlangLust! dankte seinerseits mit einer Zugabe, dem Salut d’amour von Edward Elgar.

Vom nicht enden wollenden Applaus angespornt, wiederholte KlangLust!  noch einmal die Badinerie, die Flötist Manuel Ebert diesmal ohne Noten mit herrlichen Barockverzierungen spielte.

Musik auf hohem künstlerischem Niveau kann auch abseits großer Bühnen und subventionierter Häuser stattfinden, wenn engagierte Veranstalter, großzügige Förderer und hervorragende Ensembles sich zusammentun, so wie alljährlich der Markt Emskirchen, die Sparkasse im Landkreis und KlangLust!.
KlangLust! macht Lust auf mehr und so freuen sich Veranstalter, Musiker und Publikum auf das Emskirchener Neujahrskonzert am 02. Januar 2023.

 

Markt Emskirchen, 29.07.2022 - js

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